Buch 1. Allgemeiner Teil
Abschnitt 1. Grundanschauungen
Titel 1. Vertrauen in die Natur

§ 1 [Übereinstimmung mit der eigenen Natur] (1) Alles Tun und Lassen hat in Übereinstimmung mit der eigenen Natur zu erfolgen.
   (2) Darum ist darauf, wonach man eine naturhafte Neigung hat (Güter), unter dem Primat der Vernunftneigung zu vertrauen.

§ 2  
[Vernunft] (1) Vernunft ist das Vermögen, die anderen Neigungen unter Rücksichtnahme auf die persönliche Prädisposition auf das höchste Gut (Seelen- frieden) hinzuordnen.
   (2) Prädisposition ist die Eignung zur Befolgung der Neigungen in Ansehung der Umstände; eine Eignung liegt vor, wenn der Seelenfrieden gewahrt bleibt.

§ 3  [Wesentliche Neigungen] (1) Der eigenen Natur folgend ist die Per- sönlichkeit in der Gesellschaft zu entfalten, sind Erfahrung und Wissen auszu- weiten, und die körperliche sowie geistige Unversehrtheit ist sicherzustellen.
   (2) Die natürlichen Lebensgrundlagen sind zu bewahren.

§ 4  [Unabwendbarer Lauf der Dinge] Der Lauf der Dinge ist unabwend- bar, wenn Zufall, höhere Gewalt, die Willkür anderer oder sonstige unabwend- bare Ereignisse, spätestens aber unüberwindbare Neigunen (aufgezwungene Wertungen) vor vollendete Tatsachen stellen.

§ 5  [Veränderlichkeit] Unbeschadet der in § 3 bezeichneten wesentlichen Neigungen sind die naturhaften Neigungen und die persönliche Prädisposition grundsätzlich veränderlich.